Brown Bag Lunch am 29.06.2026 mit Fokus auf antimuslimischen Rassismus

Liebe idm-Mitglieder, Interessierte und Freund*innen,

die idm-Community bündelt enormes Fachwissen und vielfältige Kompetenzen im Bereich Diversity Management. Mit verschiedenen Formaten wie digitalen Workshops möchten wir einen Wissenstransfer und fachlichen Austausch zwischen idm-Mitgliedern, Interessierten und fachverwandten Personen ermöglichen, mit externen Expert*innen diskutieren und die weitere Vernetzung stärken.

Ein solches Format ist der Brown Bag Lunch, der 2019 von Türkân Deniz-Roggenbuck (Kulturton und Mitglied des erweiterten Vorstandes von idm e.V.) entwickelt wurde. Ursprünglich als analoges Mittagsformat gedacht – mit einem gemeinsamen Mittagstisch und einem Gespräch als bewusst entschleunigte Pause vom Arbeitsalltag –, wurde der Brown Bag Lunch während der Corona-Pandemie in den digitalen Raum verlegt. Dort ist er aus Überzeugung geblieben, denn digitale Formate schaffen neue Möglichkeiten der Begegnung und ermöglichen Menschen aus unterschiedlichen Regionen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität die Teilnahme.

Im Rahmen der Regionalgruppe Niedersachsen laden wir nun zu einem weiteren Brown Bag Lunch ein.

Online-Workshopformat BROWN BAG LUNCH der Regionalgruppe Niedersachsen

29. Juni 2026 | 10:30–12:30 Uhr | online via Zoom

Zwischen Sichtbarkeit und Verdacht: Antimuslimischer Rassismus und religiös codierte Diskriminierung als Teil diversitätsorientierter Arbeit

Im Rahmen der Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus möchten wir gemeinsam der Frage nachgehen, warum antimuslimischer Rassismus nicht als Rand- oder Sonderthema behandelt werden darf, sondern Teil einer ernst gemeinten diversitätsorientierten Praxis ist.

Denn dort, wo über Vielfalt, Zugehörigkeit und Teilhabe gesprochen wird, müssen auch jene Formen von Ausschluss sichtbar werden, die sich hinter Begriffen wie Neutralität, Kultur, Religion, Sicherheit oder Anpassung verbergen.

Gemeinsam mit Prisma Queer Migrants e.V. / Kadir Özdemir sowie Migra BS / Elif und Buket Çimen möchten wir den Blick auf Mechanismen antimuslimischen Rassismus richten, Erfahrungen aus der Praxis teilen und diskutieren, welche Konsequenzen sich daraus für Diversity Management und diskriminierungskritische Organisationsentwicklung ergeben.

Aktuelle Erhebungen zeigen, wie dringlich diese Auseinandersetzung ist:

Für das Jahr 2024 dokumentierte CLAIM bundesweit 3.080 antimuslimische Übergriffe und Diskriminierungen – ein Anstieg um rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wurden 1.848 islamfeindliche Straftaten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität behördlich erfasst.

Zugleich ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da viele Vorfälle nicht gemeldet werden. Besonders deutlich wird außerdem die geschlechtsspezifische Dimension: In 71 Prozent der dokumentierten Fälle, in denen Angaben zum Geschlecht vorliegen, waren Frauen betroffen.

Neben einer gemeinsamen Reflexion erwarten die Teilnehmenden fachliche Impulse und Austausch zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie zeigt sich antimuslimischer Rassismus in Alltag, Institutionen, Sprache, Arbeit, Bildung und Öffentlichkeit?

  • Warum wird Religion häufig nicht nur gelebt, sondern gesellschaftlich markiert, bewertet und rassifiziert?

  • Welche Rolle spielen intersektionale Perspektiven, wenn antimuslimischer Rassismus mit Sexismus, Queerfeindlichkeit, Klassismus oder migrationsbezogenen Zuschreibungen verschränkt ist?

  • Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Diversity Management, Organisationsentwicklung, Beratung, Bildungsarbeit und diskriminierungskritische Praxis?

  • Wie können zivilgesellschaftliche Perspektiven, Betroffenenwissen und Community-basierte Arbeit stärker in diversitätsorientierte Prozesse einbezogen werden?

Der Workshop bietet Raum für fachlichen Austausch, gemeinsames Lernen und praxisnahe Diskussionen. Ziel ist es, antimuslimischen Rassismus als Bestandteil einer diversitätsorientierten und diskriminierungskritischen Praxis sichtbar zu machen und gemeinsam Handlungsperspektiven für Organisationen, Institutionen und die Zivilgesellschaft zu entwickeln.

Anmeldung: per E-Mail bis zum 28.06.2026 an tuerkan@kulturton.com

Der Zoom-Link wird nach der Anmeldung versendet.

 
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